Traktor – Lights

So klingt es, wenn Wut und Melancholie Hochzeit feiern! Die in Kennerkreisen nicht nur auf Grund ihrer außerordentlichen Live-Qualitäten hoch gehandelten Traktor aus Schweden perfektionieren ihren düsteren Chaos-Core auf ihrem ersten Langspieler. Der typische Traktor-Sound der Anfangstage aus irrwitzigen Breaks und dissonanten Riffs in San Diego-Manier, wird hier durch dunkle, ruhige Passagen veredelt. Auch wenn die Scheibe im derzeit heiß begehrten Tonteknik-Studio in Umea gemastert wurde; die oft zum Vergleich gereichten Refused und frühen JR Ewing sind hier weit weniger gegenwärtig als Genre-Größen wie Lack oder Breach. ‘Lights’ ist eine Platte wie gemacht für einen trostlosen Winter. Wenn Hardcore zwischen den Polen Aggression und Depression, dann bitte so! Schönes Ding!
sallys.net

Einen Fehler darf man bitte auf keinen Fall machen: TRAKTOR aus dem schwedischen Eskilstuna mit der grottigen deutschen Combo DIE TRAKTOR verwechseln. TRAKTOR, die seit Ende 2002 zusammen Musik machen, veröffentlichten ein Jahr später eine erste EP, ebenfalls auf My Favourite Toy, und machten damals schon klar, dass sie mit bequemer, sweeter Musik nichts am Hut haben, dass sie den Zuhörer fordern und sich dabei an großen Vorbildern aus San Diego, aber auch aus Chicago orientieren, wobei man durchaus auch zur ersten Orientierung auf die frühen Releases der norwegischen Chaos-Coreler JR EWING verweisen darf. Dabei sind TRAKTOR große Frickel-Meister, doch wo andere Bands sich in zu brutalem Gelärme auch gerne mal verlieren, gesanglich oft nur noch nerviges Geschrei zu hören ist, weisen die Songs der Schweden bei aller Wildheit doch auch Struktur auf, haben Groove und reißen mit, stecken voller Dynamik und Intensität. Wer also zwischen THE LOCUST, SHELLAC, BLOOD BROTHERS, REFUSED und JR EWING noch Platz für eine weitere CD hat, der wird von "Lights" nicht enttäuscht sein. Interessieren würde mich jetzt nur, wie weit sich TRAKTOR mittlerweile schon fortentwickelt haben von diesen Aufnahmen, denn diese stammen bereits aus dem Sommer 2004. Da schätze ich mal, dass man auf den Nachfolger zu "Lights" nicht lange wird warten müssen. Gut so.
8/10 | Joachim Hiller | Ox #64 | ox-fanzine.deTraktor aus Schweden machen mittlerweile lange genug gemeinsam Musik, um zu wissen, dass kein Mensch 35 Minuten lang dasselbe Chaos hören will. Folgerichtig bemühen sie auch nie allzu lange am Stück die Abrissbirne, sondern überzeugen vielmehr durch ein buntes Stil-Potpourri – da folgt auf wüsten Screamo ein bisschen Geschepper, um danach in ein fast schon hypnotisches Geriffe überzuleiten, beständig dieselbe Textzeile zu wiederholen, dunklen Indie anklingen zu lassen oder auch ein bisschen elektronisch zu frickeln. Wer so etwas wie Refrains oder eingängige Melodien benötigt, ist hier also denkbar falsch; Freunde gemäßigter Blood Brothers oder anspruchsvollen und vertrackten Chaos-Rocks müssen hingegen reinhören; so abwechslungsreichen und atmosphärisch dichten Destructo-Indie-Core haben zuletzt jedenfalls nicht viele andere Bands vollbracht.
7/10 | wasteofmind.de

 

Nach der vor ca. einem Jahr erschienen MCD ´s/t´ neues Futter für Schweden Lovers und der bisherige Weg wird weitergeführt, ein nicht leicht verdaulicher Schwedenkrachmacher. Zwischen den Stühlen Indie- und Noise Rock, welcher verpackt mit dem typischen leicht angehauchten Refused Styles. Es ist nicht einfach den Vierer zu beschreiben, aber ich denke mal, der folgende Hinweis schafft ungefähr die Richtung anzugeben. Die Jungs von Refused gehen ins Studio und spielen Snapcase Songs in der alternativen Rockversion ein. Die Songs sind relativ straight durchgekloppt, Melodien sind also nur sehr spärlich zu finden. Es wird also fast durchweg geschrien, also mehr mal weniger, aber das ziemlich originell. Stellenweise finden sich aber atmosphärische Parts auf dieser CD, welche die Songs auflockern und voneinander abheben.Disharmonischer Hardcore in der Überlieferung Lack oder Children Of Fall Tradition. Lights ist ein wahrer Ear Catcher.
fomp.punkrockag.de

Mit TRAKTOR schickt Schweden eine relativ neue Band auf Medaillenjagd bei der Screamolympiade. Haha. Und Traktor haben ganz gute Chancen vorne mitzuspielen. Geboten wird eine Mischung aus San Diego- Einflüssen und Posthardcore-Elementen (die zum Beispiel auch von den Landsleuten JR EWING oder DESPERADO verwurstet werden). Auch Vergleiche zu den späten REFUSED Sachen lassen sich ziehen. Mal ruhiger, mal ruppiger spielen sich TRAKTOR souverän durch die 13 Songs, es werden hier und da sehr schöne Melodiebögen gezogen und der wuchtige Schlagzeugsound sorgt für den nötigen Drive. Sicherlich nichts weltverändernd Neues, aber auf jeden Fall gut gemacht.
helldriver-magazine.de

Die drei Schweden aus Eskilstuna sind inzwischen vier und legen nach ihrer MCD nun das Debüt "Lights" vor. Verstärkung haben sie von dem sympatischen Georgios Kalafatidis, ehemals bei SOUND O.E., bekommen und die zusätzliche Gitarre gibt dem wirren Postcore der Gruppe noch mehr Druck. Apropos Druck, obwohl mit Carl Vikman ein erfahrener Producer, der schon für SWITCHBLADE die Regler schob am Pult saß, mutet der Sound doch recht höhenlastig an, ein paar Tiefen mehr hätten die dreizehn Lieder ausgefeilter klingen lassen. Irgendwie schade, dass die Produktion eher mittelmäßig klingt, denn die Lieder haben es in sich und zeigen, dass man auch weird sein kann, ohne ein Metalhead zu werden. Erstmals gibt es von TRAKTOR auch melodische Elemente in den Riffs zu hören, was dieses enorm nervenaufreibende Unternehmen über Albumlänge erst möglich macht. Am besten ihr seht euch TRAKTOR auf der ausgedehnten Tour im Februar an und überzeugt euch in der ersten Reihe von ihren musikalischen Qualitäten. Für Fans von SHELLAC, PLAYING ENEMY und den BLOOD BROTHERS ist "Lights" ein gefundenes Fressen und auch ansonsten kann ich dieses Album nur empfehlen, vorausgesetzt ihr bringt ein starkes Nervenkostüm mit.
7/10 | Thomas Eberhardt | wltu-music.de

Es begann, wie so vieles, in einem kleinen verträumten Städtchen im tiefen und wilden Schweden. Drei Freunde trafen sich um zusammen Musik zu machen. Aber nicht irgendwelche Musik, nein, das wirklich nicht. Es musste schon etwas anderes sein, als der gewöhnliche Melodic Death-Einheitsbrei, der tagtäglich in irgendwelchen vermufften und total zugerauchten Kellern und Garagen geprügelt wird. „Hey, lasst uns doch einfach Hardcore der ganz alten Schule spielen“, tönte es aus dem kleinen Örtchen Eskilstuna und so kam es, wie es kommen musste, als im Jahre 2002 die Band TRAKTOR aus der Taufe gehoben wurde. Man veröffentlichte eine Demo und eine EP und legt nun mit „Lights“ sein offizielles Debütalbum vor. Was bei den Post Hardcorelern sofort auffällt ist die Unbekümmertheit, mit der die (mittlerweile aufgestockte) Vierer-Combo ans Werk geht. Irgendwo zwischen „Songs To Fan The Flames Of Discontent“ von THE REFUSED und den ersten Demoversuchen von THE HIVES pendeln die 13, teils sehr disharmonischen und vertrackten, Stücke hin und her. Aggressives Geschrei und Gewimmere geht Hand in Hand mit Drei-Akkord-Griffen und völlig aus der Bahn gezogenen Drumbreaks. Manchmal scheint sogar RENTOKILLER bei den Schweden durch, vor allem bei den völlig verplanten Klängen („Red Cuts Received“, „All These Seconds“). Die Band mit dem, nun ja, etwas merkwürdigen Namen macht aber diesem gerade alle Ehre. Gnadenlos wie ein Deutz knallt das landwirtschaftliche Gefährt über den Acker und pflügt dabei nicht nur den Acker von Bauer Horst um, sondern reißt auch noch gleich die ganz großen Knollen aus dem Boden, um diese genüsslich zu zerhacken. Auch wenn TRAKTOR nicht sonderlich leicht zu konsumieren sind und THE REFUSED um ein vielfaches besser sind, macht die Band dennoch Spaß. Bleibt ihnen nur zu wünschen, dass sie nicht irgendwann auch in die Belanglosigkeit abdriften, wie ihre Kollegen von den HIVES und ihre Härte verlieren. Aber bei dem Namen kann ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen…
4,5/7 | metalnews.de

Oha! Was uns TRAKTOR hier servieren, ist aber mal ganz schwer verdaulich. Total neurotisch, dissonant und abweisend pflügen die Schweden durch ihre Songs, die sich stilistisch zwischen Indie Rock, Noiserock und Nenn-es-wie-du-willst-Core bewegen. Wenn ihr euch kurz mal vorstellt, REFUSED und SNAPCASE kämen nicht aus dem Hardcore, sondern aus dem alternativen Rockbereich, seid ihr dem Sound auf "Lights" schon ziemlich nah. Anders allerdings als ihre Landsleute um Dennis Lyxzén auf "The Shape Of Punk To Come" belassen es TRAKTOR bei relativ straighten Kompositionen (obwohl z. B. bei ‘Gravity Control’ die Songstruktur ordentlich durcheinander gewürfelt ist), die von den typischen Schrei-Vocals der aktuellen Quer-Core-Connection verziert werden – und das fast ausschließlich. Gesangsmelodien sucht man auf dieser Platte nämlich absolut vergeblich, weshalb die Freude umso größer ist, wenn die Jungs in ‘The Instant City’, dem atmosphärischen ‘Institute Of The Fine Arts’ (coole Keys!) und ‘The Vicious Process Of The Technician’ ihren Gitarren mal ein paar schöne Harmonien entlocken. Abgesehen davon haben aber auch Krachattacken wie ‘Song Four’, ‘Dance Or Die’ und ‘Why When How What’ durchaus Klasse, da die Energie der Kerle jederzeit spürbar ist und vor allem System hinter diesen Ausbrüchen steckt. Hier werden nicht unkontrolliert Instrumente gequält, sondern, äh, kontrolliert. Natürlich dürften sich ungefähr fünf unserer Leser für eine Band wie TRAKTOR interessieren. Die Zielgruppe, die sich aus Freunden des 90er-Noiserock, speziell auch früher HARMFUL-Releases, BLOOD BROTHERS-Verstehern und Gummizellenanwärtern, die täglich überlegen, ob sie nun ihr Auto gegen die Wand setzen oder sich doch lieber Ziegelsteine auf die Füße schmeißen sollen, zusammensetzt, wird aber ihren kranken Spaß an dieser Platte haben. Unbefleckte Wagemutige mit einem morgendlichen Ruhepuls von 180 probieren als Einstieg am besten mal das abschließende ‘We Constructed Him – Now He Speaks In Code’ (logisch, Freunde!) aus. Sollten sich dann nicht einige der auch in Track 12 aufgeworfenen Fragen stellen, kann’s weitergehen. Viel Glück!
powermetal.de

Mein erstes Cd- Review bei allchools.de und direkt solch ein schwer verdauliches. Die Rede ist von Traktor aus Sweden, welche nun auf vier Mitglieder gewachsen sind. Die erste Veröffentlichung (eine EP)liegt anderthalb Jahre zurück. Ihr erster und lang ersehnter Longplayer hört auf den Namen "Lights". Es ist irgendwas zwischen Noisecore, Indierock, Chaos und Screamo. Für Fans von den Blood Brothers, Jr. Ewing (alte Sachen) und Konsorten ein Muss. Traktor lassen sich irgendwo zwischen den Göttern von Refused und Breach wiederfinden, jedoch sind sie meiner Meinung nach noch weit von der Qualität entfernt. Das Album kommt mit 13 Stücken daher, welche eine Spielzeit von ca. 35 min ergeben. Die Abfolge der Songs ist unterschiedlich mal sind es Tracks die ziemlich chaotisch rüberkommen, wie man es von Traktor gewohnt ist, und dann Stücke mit stark melodischen Riffs. Diese melodischen Riffs machen das Album leichter erträglich (für Nicht-Liebhaber) und sind vielleicht eine kleine musikalische Weiterentwicklung. Diese Melodie und Harmonie lässt sich stark in den Stücken wie „The Instant City“ und „Institute Of The Fine Arts“ wieder finden. Die gewohnten Wut- und Krachattacken, wie man sie von Traktor gewohnt ist, hört man in „Dance Or Die“. Es schein, das Traktor allen gerecht werden wollten, den alten Fans und den neuen, welche durch Zufall auf die Platte stoßen. Keine Frage ein gutes Album mit viel Schmerz, Depressionen aber auch Harmonie. Hat Spaß gemacht der Cd zuzuhören, jedoch noch mal auf Play drücken?? Weiß nicht. Für alle die die Jungs mal Live erleben wollen. Die Band tourt die ersten zwei Februarwochen durch Deutschland.
allschools.de

Nach der überaus gelungenen EP vor gut anderthalb Jahren, versorgen uns TRAKTOR mit dem ersehnten Longplayer. Das Trio aus Schweden ist mittlerweile zum Quartett gewachsen – Nachwuchs an der Gitarre ist ja nie verkehrt. 13 Songs findet man auf dem neuen Schmuckstück. Im Klartext: 13 teilweise schwer verdauliche Noise-Hardcore-Knaller, so wie seinerzeit BREACH oder REFUSED überzeugen konnten. Eine fette überproduzierte Produktion fällt aus, hier wird sich auf das Wesentliche konzentriert. Nur leicht angezerrte Gitarren und fieser Gesang verpassen dem Ganzen den bewährten dreckigen Schrammel-Sound. In der Überzahl sind andererseits aber auch verstärkt melodische Elemente zu hören. Das sollte man bei dem Sound auch berücksichtigen, denn irgendwie muss man die 35 Minuten ja auch überleben können. Wenn man sich darauf einlassen kann, fetzen die 13 Songs nur so an einem vorbei – mitzählen zwecklos!
blueprint-fanzine.de

Die Schweden Traktor sind zurück! Mit ihrer neuen Platte "Lights" fahren sie auch gleich mal schwere Geschütze auf! Die Jungs konnten mich bis jetzt nie ganz überzeugen, dieses Album macht dabei aber einiges gut! Live sollte man sich die Jungs auch mal ansehen, allerdings waren sie grad hier vor kurzem… Los gehts auf Lights jedenfalls mit treibenden und dennoch sperrigen Riffs, die mal chaotisch und mal punkig akzentuiert werden, abgeschmeckt mit einer kräftigen Prise Rock ‘n’ Roll. Dabei kommen immer mal wieder ein Paar interessante Melodien heraus und Erinnerungen an Refused werden wach! Generell gehen Traktor auf "Lights" eigentlich recht straight vor, eine Ausnahme macht da allerhöchstens "Gravity Control". Und selbst wenn es bisweilen schwerfällt, einen Faden geschweige denn Eckpfeiler auf dieser Platte zu finden, an denen man sich festhalten kann, macht das Teil ne Menge Spaß. Für Abwechslung sorgen dann auch noch einige neurotisch anmutende Elemente, die im Rauswerfer "We constructed him – Now he speaks in Code" ihren Höhepunkt erreichen, der sogar einige "gesungene" Vocals enthält und mit richtig guten Melodien zu begeistern weiß! Fazit: Schwer zu beschreiben, was die Schweden hier veranstalten. "Lights" klingt wie eine Fusion aus Indie, Post-HC, Noise und Rock ‘n’ Roll. Dabei bewahren sie sich einen dramatischen Unterton und drosseln das Tempo auch öfters mal. Mir fehlt allerdings öfters mal der Funke…er will einfach nie ganz überspringen, auch wenn die Platte im Allgemeinen Spaß macht. Oft hören werde ich sie allerdings sicher nicht…mehr als 6 gute Punkte sind nicht drin.
partyausfall.com

Neuigkeiten aus dem Gemüseladen – das Düsseldorfer Vegetarier-Label „My favourite toy“ beehrt dieser Tage die Freunde der etwas chaotisch angehauchten Klänge mit dem ersten Longplayer der Schweden von TRAKTOR. „Lights“ heißt das 13-Stücke-starke Album jenseits der popmusikalischen Schmerzgrenze. 2004 legten sie bereits eine selbstbetitelte Ep vor, deren Ansage sie auf „Lights“ eindeutig fortsetzen. Wenn es nicht in der Bandinfo stünde, hätte ich auch ohne weiteres die BLOOD BROTHERS als Vergleich bemüht, es laufen einem immer wieder vertraute Komponenten über den Weg. Was eine Fortsetzung der Bandgeschichte aber auch bedeuten kann, ist die fehlende Vielfältigkeit der Songs. Abgefahrene Songstrukturen und unkonventionelle Arrangements sind eine Sache, eine Ansammlung dergleichen wird aber wieder farblos und eintönig. Hier und da hört man dann aber doch mal kurz auf, „Red cuts recieved“ ist zum Beispiel ein Song, der in meinen Gehörgängen hängen blieb. Oder die kleinen elektronischen Spielereien aus „Inaccurate beat“. Aber diese beiden bilden eher ganz kleine Ausnahmen. Einzig und allein der letzte Song, „We constructed him – now he speaks in code“ bietet etwas langsamere, getragenere Klänge, die der Band durchaus stehen. Doch in der Summe sind es leider zu wenige, als dass man für TRAKTOR einen ähnlichen Erfolg hervorsagen könnte, wie die Referenz ihn feiert. Aber das will die Fangemeinde der Band ja auch mit Sicherheit nicht, da bin ich mir sicher.
handlemedown.de

Rauf auf den Traktor, rein in die Finsternis. Die Straße uneben, der Richtung unklar. Einzige Rettung: das Licht. Traktor sind angetreten, um den Ruf Schwedens als Standort für die dunkle Seite des Hardcore zu untermauern. Schnell wird klar, dass neben den Frühwerken artverwandter Formationen wie Lack oder JR Ewing dabei insbesondere das Vermächtnis einer Band Pate steht: Breach, die ungekrönten Könige der Nacht. Hinter jeder Disharmonie ist er zu spüren, hinter jeder gebrochenen, kranken Song-Struktur könnte er stecken, der diabolische Geist dieser sträflich unterschätzten – und mittlerweile aufgelösten – Combo, die sich mit jedem Album näher an die Untiefen der menschlichen Psyche heran- und von Genre-Standards hinwegbewegte. Auch bei "Lights", Traktors Zweitwerk, hält man oft vergebens Ausschau nach einem Anhaltspunkt, einem Hook, einer Stelle, die kleben bleibt. Man findet: Zwei Gitarren, die oftmals komplett unterschiedliche Riffs spielen, nur stellenweise zusammenkommen, Unbehagen auslösen. In diesem widerspenstigen Klangkosmos zählt der Moment mehr als nachvollziehbare Strophe-Refrain-Strophe-Muster. Da wird zu krummen Takten ein furztrockener Basslauf gespielt, der schon fast einem Steve Albini gerecht würde, um im nächsten Moment die Handbremse zu lösen und mit Stakkato-Beats gegen eine Wand aus Noise und Geschrei zu fahren. Richtig gut wird’s dann, wenn Traktor wie in "Song Four" ganz subtil Melodien einfließen lassen, die den Hörer an die Hand nehmen und aus der Beklemmung befreien. Wenn sie Mut beweisen, indem sie ein Instrumental mit Synthesizer verzieren ("Institute Of The Fine Arts"), einem Song wie "Inaccurate Beat" einen sehr akkuraten Elektro-Beat unterschieben oder im hymnischen Refrain beim abschließenden "We Constructed Him –Now He Speaks In Codes" erstmals Gesang zulassen. Gehen Traktor ihren Weg unerschrocken weiter, könnte die dunkle Seite schon bald neue Kronprinzen ausrufen.
7/12 | Stefan Eisentraut | Visions #155 | visions.de

Nachdem sich die Schweden ja schon mit ihrer letzten EP einiges an Interesse wecken konnten, gibt’s sie jetzt endlich auch auf Langspielplatte. Und dass sie sich seither ganz gehörig weiterentwickelt haben, kann wohl auch dem sachfremdesten Hörer nicht verborgen bleiben. Vorher zwar schon überzeugend, doch noch stark San-Diego-Chaos-(un)orientiert, hat sich da offensichtlich auf der Stecke so einiges auf den Hänger geschmuggelt.
Bei Traktor gibt’s jetzt nämlich ansatzweise sogar Atmosphäre und im großartigem Schlusstrack "We Constructed Him – Now He Speaks In Code" sowie in "Institute Of he Fine Arts" gar ausufernde Instrumentaleskapaden. Vor allem sticht aber die schräge Mischung aus Chaos und shellac’scher Vertracktheit ins Ohr. Sehr wirr, eigen und eigenständig, was Traktor hier so alles übers Hardcorefeld werfen. Die Stimmen sind weiterhin sehr angepisst, während die Gitarren recht unverzerrt nach früheren JR Ewing klingen, das Schlagzeug stumpf wie bei Drive Like Jehu (die Snare!) und der Bass hektisch ruckelnd. Traktor wissen, wie man aggressive, wütende Musik macht, ohne dabei heavy klingen zu müssen. Ein mehr als hörenswertes Album, werte Freunde der als Referenz genannten Bands!
musikansich.de

Eine Antwort schreiben